EU Parlament fordert Robotergesetze

Roboter werden mehr und mehr Teil unseres Alltags, übernehmen unterschiedliche Aufgaben und drängen in verschiedenste Märkte. Weltweit sind mittlerweile über 1,6 Millionen Roboter im Einsatz.  Die zunehmende Nutzung der Robotik und künstlicher Intelligenz wirft jedoch rechtliche und ethische Fragen auf: Haben Roboter Rechte? Und wenn ja, welche? Welche ethischen Grundsätze gelten für sie? Können sie für Unfälle haftbar gemacht werden?

In den meisten EU-Staaten gibt es bisher praktisch keine zivilrechtlichen Regelungen für Roboter. Die EU-Abgeordneten haben sich daher mit diesen Fragen beschäftigt. In einem Entschließungsantrag drängen die Abgeordneten die EU-Kommission nun dazu, Regeln für Robotik und künstliche Intelligenz vorzulegen, um das wirtschaftliche Potenzial in diesem Bereich in vollem Umfang ausschöpfen und Sicherheitsstandards garantieren zu können. In dem Entwurf heben sie hervor, dass Gesetzesvorschläge dringend notwendig seien, um Haftungsfragen zu klären, insbesondere bei selbstfahrenden Autos. Sie fordern eine Pflichtversicherung und einen Zusatzfonds, um zu gewährleisten, dass Opfer von Unfällen mit fahrerlosen Autos vollständig entschädigt werden können. Als eine mögliche Option schlagen die Abgeordneten außerdem vor, Robotern einen speziellen Status als „elektronische Persönlichkeit“ zuzuweisen, wie man es auch schon bei Schadensersatzfragen gegen  Unternehmen kennt. (Quelle: http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/economy/20170109STO57505/erste-eu-weite-robotergesetze-interview-mit-mady-delvaux)

Entschließung des Europäischen Parlaments vom 16. Februar 2017 mit Empfehlungen an die Kommission zu zivilrechtlichen Regelungen im Bereich Robotik (2015/2103(INL)): http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=TA&reference=P8-TA-2017-0051&language=DE&ring=A8-2017-0005

 

(Bildnachweis: StockSnap/pixabay)

Advertisements