Das digitale Manifest

Mit den Gefahren, die sich aus der zunehmenden Bedeutung von Algorithmen bei der Steuerung von menschlichem Verhalten und gesellschaftlichem Zusammenleben ergeben,  beschäftigt sich ein kürzlich erschienener gemeinsamer Appell „Digitale Demokratie statt Datendiktatur“ von neun europäischen Forschern und IT-Experten:

Digitale Demokratie statt Datendiktatur

„Wir möchten mit der Publikation des Digital-Manifests öffentlich machen, welche Sorgen sich manche Wissenschaftler und Intellektuelle über sich bereits abzeichnende Nebenwirkungen und das Missbrauchspotenzial der digitalen Entwicklung machen – und wie wir Freiheit und Demokratie auch im digitalen Zeitalter bewahren können.“ (Quelle: Spektrum Die Woche)

Gleichzeitig geben sie in einem gemeinsamen Beitrag zur „Strategie für das digitale Zeitalter“ Empfehlungen, um Gefahren für Freiheit und Demokratie zu begegnen. Sie werben darin unter anderem für eine erhöhte Qualität von Informationen, partizipative Plattformen und Risikokompetenz:

Eine Strategie für das digitale Zeitalter

Diese beiden Kernbeiträge werden in einem „Digitalen Manifest“, das als Sonderausgabe der Zeitschrift „Spektrum Die Woche“ erschienen ist, mit weiteren Beiträgen flankiert. Darin geht es vor allem um das Verhältnis von Mensch und Maschine und eine gesellschaftliche Einordnung digitaler Entwicklungen:

 

Das Digitale Manifest ist unbedingt lesenswert, die Empfehlungen sind absolut diskussionswürdig. Gleichwohl nehmen die Beiträge eine überwiegend kritische Haltung ein und lassen mitunter eine sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken etwas vermissen. Auch die praktische Umsetzung der Empfehlungen bleibt bisweilen etwas im Vagen. Dennoch stellt das Digitale Manifest einen wertvollen Beitrag in der Debatte um den gesellschaftlichen Umgang mit Digitalisierung dar, dem man sich größere Breitenwirkung wünscht.

(Bildnachweis: Nirzar Pangarkar, StockSnap.io)

 

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